Neue Übersichtsarbeit aus Mainz: Lärm macht Gesundheitsschäden

Autoren aus der Uni-Klinik für Kardiologie haben in einer neuen Übersichtsarbeit die wissenschaftliche Literatur zum Thema Lärm und Gesundheitsschäden ausgewertet. Die Arbeit ist vor kurzem in der internationalen Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts erschienen.

Die epidemiologischen Studien zeigen, dass Lärm durch Flug-, Straßen- und Schienenverkehr dosisabhängig mit erhöhter kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität assoziiert ist. So kommt eine aktuelle Metaanalyse der WHO zu dem Ergebnis, dass Straßenverkehrslärm beginnend ab 50 dB(A) und pro Zunahme von 10 dB(A) das Risiko einer inzidenten koronaren Herzerkrankung um 8 % erhöht (95-%-Konfidenzintervall: [1,01; 1,15]). Nächtlicher Verkehrslärm führt zu einer Fragmentierung des Schlafs, Anstieg des Stresshormonspiegels und Entstehung von oxidativem Stress. Diese Faktoren können wiederum die Entwicklung von Gefäßfunktionsstörungen (endotheliale Dysfunktion) und Bluthoch-druck begünstigen, wodurch das kardiovaskuläre Risiko steigt.

Angesichts solch klarer Ergebnisse erscheint es dringend, so die Autoren, diese Zusammenhänge – auch für andere Folgerkrankungen – intensiv wissenschaftlich zu untersuchen. Und es erscheint unausweichlich, die Bevölkerung durch wirksame Maßnahmen besser zu schützen.

Quelle: Hahad O, Kröller-Schön S, Daiber A, Münzel T: The cardiovascular effects of noise. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 245–50. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0245