Kopfschmerzen: Symptome persistieren bis zu 3 Jahre nach leichtem Schädel-Hirn-Trauma

Fazit: „Die Studie ist für die Aufklärung betroffener Patienten über den zu erwartenden Verlauf, für deren Behandlung und insbesondere auch für die Begutachtung posttraumatischer Kopfschmerzen von großer Bedeutung“, erklärt Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Hartmut Göbel, Chefarzt der Schmerzklinik Kiel. „Mehr als 40 % der Patienten leiden nach 12 Monaten noch an den gleich starken Kopfschmerzen wie nach dem Unfall. Bei circa 13 % halten sie länger als 3 Jahre an. Eine intensive und umfassende schmerztherapeutische Behandlung ist daher gleich von Beginn an erforderlich, um den Übergang in die Persistenz zu vermeiden. Die Therapie muss von Anfang an als Behandlung über einen längeren Zeitraum geplant werden. Die hochfrequente Einnahme von kurzwirksamen Akutanalgetika kann die Persistenz bei Übergang in einen medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz herbeiführen und unterhalten. Die frühere Ansicht in der Gutachtenspraxis, dass posttraumatische Kopfschmerzen bei milden Schädel-Hirn-Traumata grundsätzlich in wenigen Wochen abklingen, ist obsolet.“
Dtsch Arztebl 2017; 114(42): A-1931 / B-1633 / C-1599

http://www.aerzteblatt.de/archiv/194078