Die Könige der Welt sind alt

Die Könige der Welt sind alt

und werden keine Erben haben.

Die Söhne sterben schon als Knaben,

und ihre bleichen Töchter gaben

die kranken Kronen der Gewalt.

Der Pöbel bricht sie klein zu Geld,

der zeitgemäße Herr der Welt

dehnt sie im Feuer zu Maschinen,

die seinem Wollen grollend dienen;

aber das Glück ist nicht mit ihnen.

Das Erz hat Heimweh. Und verlassen

will es die Münzen und die Räder,

die es ein kleines Leben lehren.

Und aus Fabriken und aus Kassen

wird es zurück in das Geäder

der aufgetanen Berge kehren,

die sich verschließen hinter ihm.

Rainer Maria Rilke, aus: Von der Pligerschaft