Der Duft

Wer bist du, Unbegreiflicher: du Geist,
wie weißt du mich von wo und wann zu finden,
der du das Innere (wie ein Erblinden)
so innig machst, daß es sich schließt und kreist.
Der Liebende, der eine an sich reißt,
hat sie nicht nah; nur du allein bist Nähe.
Wen hast du nicht durchtränkt als 0b du jähe die Farbe seiner Augen seist.

Ach, wer Musik in einem Spiegel sähe, der sähe dich und wüßte, wie du heißst.

Rainer Maria Rilke, 1906-1910